31.05.2010
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk vergibt erste Stipendien
Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk vergibt die ersten 32 Stipendien an begabte jüdische Studierende in Deutschland
Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) hat im April 2010 die ersten 32 Stipendien an begabte jüdische Studierende an deutschen Hochschulen vergeben.
ELES ist das zwölfte Begabtenförderungswerk, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird. ELES fördert nach den Richtlinien des BMBF besonders begabte jüdische Studierende und Promovierende für ihre Ausbildung an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland, der Europäischen Union und der Schweiz. ELES möchte mit seiner Arbeit eine Lücke der Geschichte schließen und Begabungen in der jüdischen Gemeinschaft fördern. Das Studienwerk steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch. Der Beirat von ELES setzt sich neben Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft aus führenden jüdischen Akademikern der unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammen. Eröffnet wurde ELES von Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan und Dr. h.c. Charlotte Knobloch in einer Festveranstaltung in der Jüdischen Oberschule Berlin im November 2009.
Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Stipendiatinnen und Stipendiaten dazu zu verhelfen, auf der Grundlage ihres jüdischen Glaubens eigene Positionen zu finden und zu festigen. Dies geschieht im Rahmen der ideellen Förderung. Für die ersten 32 Stipendiaten findet im Rahmen dieser Förderung die erste Sommerakademie zum Thema „Juden im Nachkriegsdeutschland“ bereits im Juli 2010 statt. Neben dieser Förderung erhalten die Stipendiaten von ELES auch eine finanzielle Förderung.
Die ersten Aufnahmen in die Grund- und Promotionsförderung zeigen ein breites Spektrum an Fachrichtungen auf: Geisteswissenschaftler bilden eine Mehrheit, aber auch Musikstudenten und Elektrotechniker befinden sich unter den Geförderten. Mehr als die Hälfte der Stipendiaten stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Somit spiegeln bereits die ersten Stipendiaten des Studienwerks die Vielfalt in der Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland wider.
Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk wird zum Wintersemester 2010/2011 weitere 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten aufnehmen.
Der Namensgeber des Studienwerks ist der in Berlin geborene Religionswissenschaftler und Historiker Ernst Ludwig Ehrlich (1921–2007). Seine Lebensgeschichte umfasst die Erfahrung von Verfolgung und Wiederaufbau des europäischen Judentums im 20. Jahrhundert.



